25 Jahre Country-Music-Club 8.April 2006

 

25 Jahre CMC-Jubiläums-Party

Text: René Witschi
Fotos: Marco Duss

Am Samstag, dem  8. April 2006, war es endlich soweit. Der CMC feierte sein 25-jähriges Bestehen im Schützenhaus Albisgütli/ZH. Für echte Country Fans kein unbekannter Ort, fand doch gerade noch das längste Country Festival der Welt in diesen Örtlichkeiten statt. Gegen 500 CMCler und weitere Country Fans wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Bevor aber die erste Band loslegte, präsentierten die Mavericks Line Dancers ihre erste choreografierte Tanz Show-Einlage unter der Leitung von Arthur Furrer.

  Diashow Marco

 

 

 

Mit den Line Dances Tush Push, Jitterbuggin’, Think of Me, Picknic Polka, Circle Waltz und Just Wright eröffneten die Tänzerinnen und Tänzer den Abend. Nach dieser Marathoneinlage ging es dann los mit Live-Musik.

Pinchitos Caliente aus Holland starteten den Abend mit einem originellen Intro: Die Musiker kehrten dem Publikum ca. 20 Sekunden lang den Rücken zu und produzierten einen sphärischen Sound, der dann nahtlos in den temperamentvollen Groove der TexMex-Musik überging. Nicht nur die Instrumentierung stimmte, sonder auch der Gesang wurde entsprechend des Genres in Spanisch interpretiert. Nebst den zwei Akustik-Gitarren waren auch eine Telecaster (elektrische Gitarre), E-Bass, Schlagzeug, Perkussion und natürlich auch der typische Handorgelsound zu hören. Zaghaft begann sich die Tanzfläche zu füllen, bis diese letztlich voll besetzt war. Der spanische Sänger und Gitarrist Gerardo Romero Butron heizte recht früh ein und wollte jetzt schon wissen: „Is everybody happy?“ Ein lautes Yeah schallte zurück. Die Stimmung begann zu steigen. Wolter Scheffer, der virtuos und zum Teil sehr verspielt agierende Akkordeonist, stimmte wie fast bei allen Titeln das Intro zu La Felicidad an. Hier schien Patrick Jansen, der normalerweise singt und die Akustik-Gitarre spielt, mehr Freude an der Cow Bell zu haben, die er im Rhythmus des Songs zusammen mit dem Gast-Perkussionisten Ley Rohan spielte. Um die Stimmung hoch zu halten, wurde der gleiche Song anschliessend a cappella noch mit dem Publikum gesungen und gespielt. Gerardo sang die Worte La Felicidad und das Publikum antwortete mit der richtigen Phrasierung von Oh, Oh, Oh, Oh, Oh! Und weiter ging’s mit temperamentvoller Musik und Show, vor allem des Sängers. Es hielt ihn nicht mehr auf der Bühne und so mischte er sich zuerst unter die Tänzer bis er dann an einem Tisch eine blonde Dame in einer türkisfarbenen Jacke entdeckte, vor ihr auf die Knie ging und sie bestimmt 20 Sekunden lang mit seinem Gesang bezirzte.
Im Repertoire der Band finden sich typische TexMex-Songs und auch das bei uns beliebte Meyor Que Nada von Mike Blakely. Selbst vor dem Rocco Granata-Klassiker Marina machte die Band nicht Halt und interpretierte den Song in typischer Pinchitos-Caliente-Manier. Neben den schon erwähnten Musikern spielte auch noch Ben van Hamsvoort (Electric Guitar, Vocals), während Hein Goemans (Bass Guitar) und Wim Vrancken (Drums) für den jeweiligen Groove der Songs sorgten.

Zwischen den beiden Sets ergriff unser Präsident und Moderator des Abends, Heinz Scheller, das Mikrofon. Er bedankte sich bei Gerry Stocker von Radio DRS3, Sue Frey von Radio BEO, David Bolli von Radio Munot, Frank Rickal von Radio Ostallgäu (Deutschland!) und Susanne Loacker vom Tages-Anzeiger für die Unterstützung dieses Anlasses. Nicht vergessen werden darf natürlich auch der Mann, der vor 25 Jahren diesen Club gegründet hatte: Heinz Rudin. Auch ihm dankte Presi Heinz und Daniela überreichte ihm einen Blumenstrauss.
Aber auch der Gründer gratulierte dem Club mit einer riesigen Torte inkl. original CMC-Logo, an der sich das Publikum satt essen durfte.

Dann war es endlich soweit! Die Hillbilly All Stars aus den USA setzten zur Schlussrunde an. The Hillbilly All Stars sind: Chuck Mead (Guitar, Vocal), Jimmy Clark (Pedal Steel, Fiddle), Jerry Dale McFadden (Piano, Backing Vocals), Mark Miller (Bass, Backing Vocals) und Paul Deakin (Drums). Die fünf Jungs eröffneten ihr Set mit zwei routiniert gespielten Songs. Gefallen haben hier die Soli von Chuck, dem Gitaristen. Erstaunlicherweise mussten wir nicht so lange auf den ersten Special Guest warten. Joy Lynn White mit ihrer gefälligen und auch sehr typischen Country-Stimme zog das Publikum in ihren Bann. Sie wurde von der Band begleitet und unterstützt diese mit ihrer Akustik-Gitarre.

Und schon wartete bereits der nächste Special Guest. Mark Collie, auch mit Akustik-Gitarre bewaffnet, betrat die Bühne und wartete gar nicht erst, bis er von den anderen Musikern vorgestellt wurde. Er tat es ganz einfach selbst und heizte, ähnlich wie die Pintchitos Caliente zuvor, die Stimmung des Publikums mit Yeah-Rufen an. Während seines ersten Kurzauftritts, auch er sang drei Nummern, fiel mir doch die etwas eigenwillige Interpretation von Ring Of Fire auf: Extrem lang und die Musiker mussten sich während des Songs absprechen, in welche Richtung sie den spielen sollten. Danach gab es wieder Joy Lynn White, die mit I Still Miss Someone einen Klassiker zum Besten gab, der sehr ruhig begann und auch seine Wirkung beim Publikum nicht verfehlte. Die Bühne war mit den beiden Special Guests und den Hillbilly All Stars voll besetzt. Eine Nummer löste die andere ab. Positiv aufgefallen ist mir der Fiddle-Spieler Jimmy Clark mit eindrücklichen Soli und den Fill Ins am richtigen Ort. Der Pianist Jerry singt zwar gut, doch kamen die Pianosoli bei den schnellen Titel etwas unmotiviert rüber. Akustisch war er neben den vielen Gitarren auch nur schwer auszumachen! Aber das tat der ganzen Stimmung keinen Abbruch. Die Tanzfläche begann sich zu verkleinern, weil das Publikum die ersten Meter vor dem Bühnenrand nun für sich beanspruchte. Nach dem letzten Song sorgten die Fans dafür, dass die Band noch eine Zugabe spielen durfte, obwohl die Polizeistunde längst erreicht war.

Ich habe gegen Ende des Abends spontan und wahllos Leute aus dem Publikum gefragt, um deren Antwort auf die Frage, wie denn der Abend für sie gewesen sei, zu erfahren. Hier die meistgenannten Adjektive, die für sich sprechen: fantastisch, sensationell, wunderbar, super, geil und dann zum Schluss noch diese steigernde Beschreibung: gut, sehr gut, absolut gut. Braucht es da noch mehr Worte?

Zum Schluss darf auf keinen Fall vergessen werden, dass dieser Anlass ohne einen aktiven Vorstand kaum hätte realisiert werden können. Da wurde viel Fronarbeit und Freizeit investiert, um einen solchen Event auf die Beine zu stellen. Deshalb ein riesengrosses Dankeschön an (in alphabetischer Reihenfolge) Bettina Bührer-Dengler, Marco Duss, Daniela Müller-Smit, Martin Sailer, Heinz Scheller und Hugo Schenk.